URBAN CONTEMPLATIONS

   
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Ein wesentlicher Bestandteil urbaner Infrastruktur ist die Unterteilung des Raumes durch architektonische Strukturen: Die dynamischen Vorgänge des städtischen Lebens werden durch statische, bauliche Artefakte geordnet, kanalisiert und von einander abgegrenzt. Durch die Unterteilung des Raumes, werden Räume geschaffen - und erst durch diese Unterteilung des Raumes wird Raum bewusst.

In den Bildern der 2004 begonnenen fotografischen Serie URBANE KONTEMPLATIONEN beabsichtige ich, den vermeintlichen dokumentarischen Aspekt der Fotografie zu überwinden und die Spezifität der architektonischen Motive zu transzendieren. Dies, um deren übergeordnete Qualität der Invasion- und Unterteilung des Raumes hervorzuheben und der kontemplativen Auseinandersetzung zugänglich zu machen.

Über die Wahl des fotografischen Bildausschnitts wurden die architektonischen Formationen gewissermassen aus ihrem Kontext herausgelöst - nichts im Bild erinnert an die Dynamik des städtischen Lebens, und neben Schatten an den Wänden oder Wolken am Himmel finden sich kaum Hinweise auf dynamische, zeitabhängige Prozesse. Über diese Entkontextualisierung der architektonischen Motive beabsichtige ich unter anderem eine weitgehende Elimination der Zeit; damit soll die Kontemplation von Fläche und gedachtem Raum begünstigt werden.

Die Unterteilung des Raumes durch die baulichen Strukturen wurde jeweils in zweidimensionale, in sich abgeschlossene Kompositionen übersetzt. Das architektonische Prinzip einer gezielten Unterteilung des Raumes findet in dieser bewusst geplanten Bildkonstruktion ein zweidimensionales Echo. Die dabei entstandene Bildkomposition ist gleichzeitig Extrakt und Ganzes: Im Prozess der Wahrnehmung teilen sich Bildinhalt und das Bild als Objekt den Wirklichkeitsanspruch des Werkes.

 

 

  

 









© Marco Benz 2004 - 2013

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